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Aktuelles

Auf dieser Seite informiert die Fachstelle Wolf über Neuigkeiten und Wissenswertes zu den Wölfen in Sachsen und darüber hinaus. Durch einen Klick auf die Überschrift, öffnet sich der Beitrag.

Der Wolfsbestand in Sachsen ist im letzten Monitoringjahr auf insgesamt 29 Territorien angestiegen. Dabei handelt es sich um 28 Rudel und ein Paar. Neu dazugekommen sind die Wolfsterritorien Daubitz II, Neukollm, Rauden  und Hohwald. Während sich die ersten drei jeweils zwischen anderen, bestehenden Rudeln etabliert haben, war das Hohwald-Rudel zwar bereits bekannt, hatte seinen Schwerpunkt aber in den letzten beiden Jahren in Tschechien und wurde dort mitgezählt.

In drei Rudeln gab es jeweils eine Doppelreproduktion. Für die Rudel Knappenrode II, Neustadt/Spremberg und Nochten belegen dies Fotoaufnahmen, sowie genetische Untersuchungen. In den vergangenen Jahren sind bereits mehrfach Doppelreproduktionen nachgewiesen worden.

In 26 der 28 sächsischen Rudel konnte 2019 Reproduktion nachgewiesen werden, insgesamt wurden 96 Welpen bestätigt.

Der Statusbericht erscheint jährlich und fasst die Ergebnisse des sächsischen Wolfsmonitorings für das zurückliegende Monitoringjahr zusammen. Das Monitoringjahr 2018/19 umfasst den Zeitraum vom 01. Mai 2018 bis zum 30. April 2019.

Der Bericht gibt einen Überblick über das Wolfsvorkommen im Freistaat Sachsen im Monitoringjahr 2018/19. Informiert wird unter anderem über das Vorkommensgebiet und die bestätigten 22 Wolfsfamilien, vier Paare und ein territoriales Einzeltier werden detailliert beleuchtet. Zusätzlich werden besondere Vorkommnisse, sowie die Gefährdungen, denen Wölfen ausgesetzt sind, anhand der tot aufgefundenen bzw. getöteten Wölfe dargestellt.

Statusbericht 2018/2019

Seit Montag, 29. Juni gab es am Stadtrand der Landeshauptstadt Dresden, östlich der Dresdner Heide, täglich Übergriffe auf Schafe, bei denen insgesamt 12 Tiere getötet beziehungsweise verletzt wurden. In allen drei Fällen wurde der Wolf als Verursacher mit hoher Sicherheit festgestellt. Die Schafe waren jeweils leichte Beute für den Wolf, da die vorgefundenen Schutzmaßnahmen nicht den geforderten Mindestschutzkriterien entsprachen.

Die Risse ereigneten sich im Bereich der Dresdner Heide. Das Territorium des dort ansässigen Rudels erstreckt sich über die Dresdner Heide und die angrenzenden Felder und Wiesen. Obwohl die Risse nahe der Wohnbebauung stattfanden, bestand für die Bevölkerung keine Gefahr. Wölfe bewegen sich auf ihren Streifzügen durch unsere Kulturlandschaft auch siedlungsnah oder gelegentlich innerhalb der Wohnbebauung. Es handelt sich dabei um kein auffälliges oder gar als dem Menschen gegenüber gefährlich einzustufendes Verhalten. Der Wolf scheut, wie andere Wildtiere auch, den direkten Kontakt zu Menschen.

Hauptsächlich macht der Wolf Jagd auf Wildtiere. Stößt er auf seinen Streifzügen auf unzureichend oder gar nicht geschützte Haus- und Nutztiere, sind diese eine leichte Beute. Wölfe, die immer wieder auf ungeschützte oder nicht ausreichend geschützte Nutztiere treffen, lernen sehr schnell, dass diese deutlich einfacher zu erbeuten sind als wildlebende Beutetiere. Das kann dazu führen, dass Wölfe gezielt versuchen, Nutztiere zu reißen und dabei auch empfohlene Schutzmaßnahmen überwinden.

Aus diesem Grund sollten insbesondere Halter von Schafen, Ziegen und Gatterwild auf einen wirksamen Herdenschutz achten. Dazu gehört auch, die Schutzmaßnahmen regelmäßig auf Schwachstellen zu überprüfen.

Die Bestandserfassung des deutschen Wolfsvorkommens erfolgt innerhalb des Monitoringjahres. Dies entspricht einem biologischen Wolfsjahr, welches am 1. Mai beginnt (Geburt der Welpen) und am 30. April des darauffolgenden Jahres endet.

Zum 30.04.2020 endete das Monitoringjahr 2019/20. Da alle Daten daraufhin zusammenfassend ausgewertet werden müssen, kann in der Regel erst im September mit den endgültigen Daten für das abgeschlossene Monitoringjahr gerechnet werden.

Bisher kann daher für das abgeschlossene Monitoringjahr 2019/20 nur auf den Zwischenstand verwiesen werden, nach dem in Sachsen im Jahresverlauf 2019 bereits 24 Rudel bestätigt werden konnten.

Weitere Informationen hierzu unter Wolfsvorkommen in Sachsen

Am 29. Juni 2020 erreichten die Fachstelle Wolf drei Meldungen zu einem vermeintlichen Wolf, der südlich von Chemnitz in der Region zwischen Einsiedel, Berbisdorf und Harthau unterwegs sei. Mitgesendete Videoaufnahmen zeigen, dass es sich nicht um einen Wolf, sondern jeweils um ein und denselben Hund handelte.

Anhand der Meldungen lässt sich rekonstruieren, dass der Hund am frühen Morgen des 29. Juni 2020 zunächst durch Berbisdorf lief. Danach wurde er an der B95 nach Norden laufend in Richtung Harthau gesichtet. Gegen Mittag lief der Hund die Klaffenbacher Straße in Harthau nach Westen Richtung Würschnitztalstraße entlang.

Weitere Sichtungen des Hundes bzw. Hinweise zum möglichen Halter des Hundes, richten Sie bitte direkt an die Polizeidirektion Chemnitz Südwest unter der Telefonnummer 0371 52630.

© J. Wache

Seit Anfang 2020 häufen sich Meldungen über Wolfssichtungen in Regionen, in denen es noch keine bestätigten Wolfsterritorien gibt, so zum Beispiel in den südlichen Landkreisen Sachsens, wie dem Erzgebirgskreis oder dem Landkreis Zwickau.

Im Erzgebirgskreis ist zum Teil das tschechische Výsluní Rudel aktiv. Dies betrifft den Raum Annaberg-Buchholz in Grenznähe zu der Tschechischen Republik zwischen Oberwiesenthal und der B174 südlich von Marienberg. Das Výsluní Rudel hat seinen Schwerpunkt auf tschechischer Seite, weshalb es dort im Monitoring mitgezählt wird und nicht in Sachsen. Allerdings ist anhand von Genetikproben bestätigt, dass das Territorium des Rudels bis ins sächsische Erzgebirge hineinragt. Aus diesen Bereichen gibt es gelegentlich Sichtungen, Losungs- und Spurenfunde, sowie Wildtierrisse.

Außerhalb des Aktionsradius des Výsluní Rudels liegen für die Monate Januar bis April 2020 folgende Wolfshinweise vor:

  • Im Raum Schneeberg – Zwönitz – Stollberg/Erzgeb. gab es insgesamt fünf Meldungen. Eine Meldung umfasste ein Foto einer automatischen Wildkamera, auf der ein Wolf bestätigt werden konnte (C1-Nachweis). Zudem gab es vier unbestätigte Hinweise (C3-Hinweis) in Form von Sichtmeldungen. Teilweise wurden bei den Sichtmeldungen auch Fotos geliefert. Jedoch war die Qualität der Bilder unzureichend um einen Wolf zu bestätigen oder auszuschließen.
  • Südöstlich von Marienberg gab es im Grenzgebiet zu der Tschechischen Republik insgesamt fünf Meldungen. Diese umfassten Sichtungen, eine Aufnahme einer automatischen Wildkamera, sowie Wildtierrisse. Diese Hinweise wurden als unbestätigte Hinweise (C3) bewertet bzw. war bei einem Wildtierriss keine Bewertung möglich. Zusätzlich gab es am 27. April 2020 einen Nutztierübergriff auf eine Alpakaherde bei der zwei Alpakas getötet wurden. Die Rissbegutachtung durch die Fachstelle Wolf konnte den Wolf mit hinreichender Sicherheit als Verursacher des Schadens bestätigen. Dieser Raum wird nicht mehr zum direkten Einzugsbereich des Výsluní Rudels gezählt.

Im Landkreis Zwickau liegen für die Monate Januar bis April 2020 folgende Wolfshinweise vor:

  • Im Raum Crimmitschau gab es acht Meldungen. Diese beinhalteten sechs Sichtmeldungen und zwei Aufnahmen von automatischen Wildkameras. Vier Sichtmeldungen wurden als unbestätigte Hinweise (C3) bewertet. In zwei Fällen wurden Fotos bzw. Filmaufnahmen mitgeliefert, die den Wolf sicher bestätigen konnten, sodass diese als C1-Nachweise geführt werden. Diese beiden Meldungen stammen vom Ostermontag 2020 als ein verunsicherter Jungwolf im Stadtgebiet der Stadt Crimmitschau auftauchte.

Von den Aufnahmen der automatischen Wildkameras konnte eine Aufnahme als C1-Nachweis bewertet werden, die andere Aufnahme ist zu undeutlich für eine Bestätigung (C3). Hier finden Sie eine Medieninformation vom 05. März 2020 zu den ersten Wolfshinweisen im Raum Crimmitschau: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/234713

  • Im Raum Pleißa / Limbach-Oberfrohna gingen zwei Sichtmeldungen ein, welche beide als unbestätigter Hinweis (C3) bewertet wurden.

Besonders in den Wintermonaten und im Frühjahr kommt es regelmäßig zu Meldungen von Wolfshinweisen von Gebieten außerhalb der bestätigten Wolfsterritorien. Dies hängt damit zusammen, dass viele Jungwölfe in dieser Zeit anfangen ihr Geburtsterritorium zu verlassen. Auf der Suche nach einem Gebiet, um sesshaft zu werden oder einen Partner zu finden, wandern sie unter Umständen hunderte Kilometer.

Tierhalter im ganzen Freistaat sollten deshalb regelmäßig die Schutzmaßnahmen für ihre Tiere überprüfen und ggf. nachbessern.

Mehr Informationen hierzu erhalten Sie in der Medieninformation vom 08. Mai 2020: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/236721

Regelmäßig informiert das Sächsische Landesamt für Umwelt und Landwirtschaft (LfULG) auch mittels Medieninformation über aktuelle Ereignisse bzw. wichtige Erkenntnisse.

Medieninformationen zu Thema Wolf

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