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Aktuelles

Auf dieser Seite informiert die Fachstelle Wolf über Neuigkeiten und Wissenswertes zu den Wölfen in Sachsen und darüber hinaus. Durch einen Klick auf die Überschrift, öffnet sich der Beitrag.

Seit Anfang 2020 häufen sich Meldungen über Wolfssichtungen in Regionen, in denen es noch keine bestätigten Wolfsterritorien gibt, so zum Beispiel in den südlichen Landkreisen Sachsens, wie dem Erzgebirgskreis oder dem Landkreis Zwickau.

Im Erzgebirgskreis ist zum Teil das tschechische Výsluní Rudel aktiv. Dies betrifft den Raum Annaberg-Buchholz in Grenznähe zu der Tschechischen Republik zwischen Oberwiesenthal und der B174 südlich von Marienberg. Das Výsluní Rudel hat seinen Schwerpunkt auf tschechischer Seite, weshalb es dort im Monitoring mitgezählt wird und nicht in Sachsen. Allerdings ist anhand von Genetikproben bestätigt, dass das Territorium des Rudels bis ins sächsische Erzgebirge hineinragt. Aus diesen Bereichen gibt es gelegentlich Sichtungen, Losungs- und Spurenfunde, sowie Wildtierrisse.

Außerhalb des Aktionsradius des Výsluní Rudels liegen für die Monate Januar bis April 2020 folgende Wolfshinweise vor:

  • Im Raum Schneeberg – Zwönitz – Stollberg/Erzgeb. gab es insgesamt fünf Meldungen. Eine Meldung umfasste ein Foto einer automatischen Wildkamera, auf der ein Wolf bestätigt werden konnte (C1-Nachweis). Zudem gab es vier unbestätigte Hinweise (C3-Hinweis) in Form von Sichtmeldungen. Teilweise wurden bei den Sichtmeldungen auch Fotos geliefert. Jedoch war die Qualität der Bilder unzureichend um einen Wolf zu bestätigen oder auszuschließen.
  • Südöstlich von Marienberg gab es im Grenzgebiet zu der Tschechischen Republik insgesamt fünf Meldungen. Diese umfassten Sichtungen, eine Aufnahme einer automatischen Wildkamera, sowie Wildtierrisse. Diese Hinweise wurden als unbestätigte Hinweise (C3) bewertet bzw. war bei einem Wildtierriss keine Bewertung möglich. Zusätzlich gab es am 27. April 2020 einen Nutztierübergriff auf eine Alpakaherde bei der zwei Alpakas getötet wurden. Die Rissbegutachtung durch die Fachstelle Wolf konnte den Wolf mit hinreichender Sicherheit als Verursacher des Schadens bestätigen. Dieser Raum wird nicht mehr zum direkten Einzugsbereich des Výsluní Rudels gezählt.

Im Landkreis Zwickau liegen für die Monate Januar bis April 2020 folgende Wolfshinweise vor:

  • Im Raum Crimmitschau gab es acht Meldungen. Diese beinhalteten sechs Sichtmeldungen und zwei Aufnahmen von automatischen Wildkameras. Vier Sichtmeldungen wurden als unbestätigte Hinweise (C3) bewertet. In zwei Fällen wurden Fotos bzw. Filmaufnahmen mitgeliefert, die den Wolf sicher bestätigen konnten, sodass diese als C1-Nachweise geführt werden. Diese beiden Meldungen stammen vom Ostermontag 2020 als ein verunsicherter Jungwolf im Stadtgebiet der Stadt Crimmitschau auftauchte.

Von den Aufnahmen der automatischen Wildkameras konnte eine Aufnahme als C1-Nachweis bewertet werden, die andere Aufnahme ist zu undeutlich für eine Bestätigung (C3). Hier finden Sie eine Medieninformation vom 05. März 2020 zu den ersten Wolfshinweisen im Raum Crimmitschau: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/234713

  • Im Raum Pleißa / Limbach-Oberfrohna gingen zwei Sichtmeldungen ein, welche beide als unbestätigter Hinweis (C3) bewertet wurden.

Besonders in den Wintermonaten und im Frühjahr kommt es regelmäßig zu Meldungen von Wolfshinweisen von Gebieten außerhalb der bestätigten Wolfsterritorien. Dies hängt damit zusammen, dass viele Jungwölfe in dieser Zeit anfangen ihr Geburtsterritorium zu verlassen. Auf der Suche nach einem Gebiet, um sesshaft zu werden oder einen Partner zu finden, wandern sie unter Umständen hunderte Kilometer.

Tierhalter im ganzen Freistaat sollten deshalb regelmäßig die Schutzmaßnahmen für ihre Tiere überprüfen und ggf. nachbessern.

Mehr Informationen hierzu erhalten Sie in der Medieninformation vom 08. Mai 2020: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/236721

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