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Schadensstatistik

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(© Fachstelle Wolf)

Abb. 1: Karte der Nutztierrisse des Jahres 2022 (Stand Oktober 2022)

Abb.1: Karte von Sachsen mit Darstellung der gemeldeten Nutztierübergriffe nach Ortsangabe bis Stand Ende Oktober 2022
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Abb. 2: Karte der Nutztierrisse des Jahres 2021 (Stand Dezember 2021)

Abb. 2: Karte von Sachsen mit Darstellung der gemeldeten Nutztierübergriffe nach Ortsangabe im Kalenderjahr 2021
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Abb. 3: Karte der Nutztierrisse des Jahres 2020

Abb. 3: Karte von Sachsen mit Darstellung der gemeldeten Nutztierübergriffe nach Ortsangabe im Kalenderjahr 2020

Alle gemeldeten und begutachteten Rissmeldungen werden auf dieser Seite regelmäßig veröffentlicht. Oberhalb sehen Sie die Kartendarstellung und im Folgenden die tabellarische Auflistung (PDF). Vereinzelt kann es auch im Nachhinein zu Anpassungen in den Statistiken kommen. Dies kann vorkommen, wenn neue Erkenntnisse zu einem Fall vorliegen (z. B. Ergebnis Genetik). Wenn eine zusätzliche Untersuchung eingeleitet wird, werden diese Fälle in der Statistik mit der Kennzeichnung „in Bearbeitung“ versehen.

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Abb. 4: Haus- und Nutztierschäden von 2002 - 2021

Nutztierschäden von 2002 bis 2021
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Abb. 5: Nutztierschäden durch Wolf pro Rudelterritorium zwischen 2002 - 2021.

Schäden in Abhängigkeit von der Anzahl der Territorien
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Abb. 6: Wolfsrisse in den Landkreisen der Jahre 2019, 2020 und 2021.

Wolfsübergriffe pro Landkreis

Seitdem die Wölfe vor über 20 Jahren wieder in Deutschland sesshaft wurden, hat sich deren Zahl stetig erhöht. Mit der Ausbreitung der Wölfe nahmen auch die Schadereignisse an Haus- und Nutztieren zu (Abb. 4). Die durchschnittliche Anzahl der Übergriffe pro Wolfsterritorium hat sich über die Jahre nicht verändert und liegt etwa zwischen drei und vier Übergriffen pro Jahr und Territorium (Abb. 5). 

Im Jahr 2021 ereigneten sich die meisten Wolfsübergriffe in den Landkreisen Bautzen (53) und Görlitz (20). Im Landkreis Nordsachsen kam es im Jahr 2021 (14) im Vergleich mit dem Vorjahr (32) zu weniger Übergriffen auf Weidetiere (Abb. 6). Schwerpunktregionen mit einem erhöhten Rissgeschehen waren der Raum Elstra und der Raum Wittichenau im Landkreis Bautzen, der Raum Strehla beziehungsweise die Gohrischheide im Landkreis Meißen sowie der Raum Reichenbach im Landkreis Görlitz (Abb. 2).

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Abb. 7: Übergriffe durch Wölfe im Jahresverlauf von 2019-2022.

Saisonalität der Übergriffe
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Abb. 8: Geschädigte Weidetierarten nach Wolfsübergriffen im Jahr 2021

Tierarten 2021
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Abb. 9: Geschädigte Weidetierarten nach Wolfsübergriffen im Jahr 2020

Tierarten 2020
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Abb. 10: Geschädigte Weidetierarten nach Wolfsübergriffen im Jahr 2019

Tierarten 2019

Im Freistaat Sachsen folgt das Rissgeschehen einer ausgeprägten Saisonalität (vgl. Abb. 7). So zeigen die Daten der vergangenen Jahre, dass es im ersten Halbjahr zu vergleichsweise wenigen Nutztierrissen kommt. Die meisten Übergriffe auf Weidetiere ereignen sich in den Sommer- und Herbstmonaten. Dies ist in der Biologie des Wolfes begründet. Im Frühjahr und Frühsommer sind die Wölfe mit der Aufzucht der Welpen beschäftigt. Gleichzeitig ist dien Jagd auf ihre Beutetiere leichter. Denn auch bei Reh-, Rot- und Schwarzwild gibt es in dieser Zeit Nachwuchs. Diese Entwicklung kehrt sich im Spätsommer und Herbst um. Die schnell heranwachsenden Wolfswelpen haben einen immer höheren Nahrungsbedarf während das Wild am Ende des Sommers fit und gut genährt ist. Die natürlichen Beutetiere stellen in dieser Zeit also eine vergleichsweise schwerere Beute dar als unzureichend geschützte Weidetiere.

Die am häufigsten von Übergriffen betroffenen Nutztierarten in Sachsen sind Schafe, Ziegen und Wild in Gattern. Wenn Rinder betroffen sind, handelt es sich überwiegend um Kälber in den ersten Lebenswochen. Eine Darstellung der prozentuellen Verteilung der geschädigten Nutztierarten aus den Jahren 2019 und 2021 finden Sie in den Abbildungen 8 bis 10.

Die Oberlausitz (Landkreise Bautzen und Görlitz) ist die am dichtesten mit Wölfen besiedelte Region in Sachsen. Die Frage, wie häufig es zu Übergriffen auf Weidetiere kommt, ist aber nicht zwingend von der Höhe des Wolfsbestandes in einer Region abhängig. Ein einzelner Wolf kann unter bestimmten Umständen größere Schäden verursachen als ein Rudel. Dies hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, wie dem Beutetierangebot oder den Traditionen der Nutztierhaltung einer Region. Vor allem die vorhandenen Schutzmaßnahmen können entscheidend sein, wie häufig es zu Übergriffen auf Weidetiere kommt. Stößt ein Wolf auf seinen Streifzügen auf unzureichend oder gar nicht geschützte Haus- und Nutztiere, sind diese eine leichte Beute.

Bedeutend ist auch, welche Jagdmethoden der Wolf von seinen Eltern erlernte und ob er bereits prägende Erfahrungen mit gut geschützten Nutztieren sammeln konnte. Wölfe, die immer wieder auf ungeschützte oder nicht ausreichend geschützte Nutztiere treffen, lernen sehr schnell, dass diese deutlich einfacher zu erbeuten sind als wildlebende Beutetiere. Das kann dazu führen, dass Wölfe gezielt versuchen, Nutztiere zu reißen und dabei auch empfohlene Schutzmaßnahmen überwinden. 

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